Cyberversicherung für KMU: Wachstum gestoppt?

Die Absicherung gegen Cyberrisiken gewinnt für kleine und mittlere Unternehmen (bis 100 Mitarbeitende) seit Jahren an Bedeutung. Unsere aktuelle Analyse zeigt jedoch eine überraschende Entwicklung: Während die Abschlussquoten für Cyberversicherungen von 2020 bis 2023 kontinuierlich angestiegen sind, hat sich das Wachstum im Jahr 2024 erstmals nicht weiter fortgesetzt.

📊 Entwicklung der Cyberversicherungsquote in KMU:

  • 2020: 14 % der Unternehmen hatten eine Cyberversicherung.

  • 2021: Der Anteil stieg auf 17 %.

  • 2022: Weitere Zunahme auf 19 %.

  • 2023: Erneut ein Anstieg auf 22 %.

  • 2024: Keine Veränderung – weiterhin nur 22 % der KMU sind versichert.

Diese Stagnation ist bemerkenswert, denn Cyberangriffe nehmen weiterhin zu, und die Schadenssummen steigen. Doch offenbar haben viele Unternehmen trotz der bekannten Risiken keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen.

Unterschiede zwischen den Branchen

Ein Blick auf die einzelnen Wirtschaftszweige zeigt große Unterschiede in der Verbreitung von Cyberversicherungen:

✔️ Beratende Berufe (z. B. Steuerberater, IT-Dienstleister, Unternehmensberatungen) sind mit einer Durchdringung von 48 % am besten abgesichert. Diese Branchen arbeiten täglich mit sensiblen Kundendaten und haben offenbar ein stärkeres Bewusstsein für Cyberrisiken.

Das Baunebengewerbe weist mit nur 9 % die geringste Versicherungsquote auf. In dieser Branche werden digitale Bedrohungen offenbar unterschätzt oder als weniger relevant angesehen – ein Trugschluss, da Bauunternehmen ebenfalls von Datenverlust, Ransomware-Angriffen und Betriebsausfällen betroffen sein können.

Warum bleibt das Wachstum aus?

Dass die Abschlussquote im Jahr 2024 nicht weiter gestiegen ist, wirft einige Fragen auf:

  • Fehlt es an Bewusstsein für die Risiken?

  • Sind die Policen zu komplex oder schwer verständlich?

  • Unterschätzen Unternehmen die möglichen finanziellen Folgen eines Cyberangriffs?

Fakt ist: Die Bedrohungslage im Cyberbereich entwickelt sich weiter, während der Versicherungsmarkt stagniert. Hier besteht Aufklärungsbedarf!