Cyberangriffe im Bäckerhandwerk
Auch das traditionelle Bäckerhandwerk ist längst im digitalen Zeitalter angekommen.

Kassensysteme, Warenwirtschaft, Personalverwaltung oder digitale Anzeigetafeln – vieles läuft heute über vernetzte Systeme. Damit geraten auch Bäckereien zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen.
In den letzten Jahren kam es bundesweit wiederholt zu Hackerangriffen auf mittelständische und größere Bäckereibetriebe. In mehreren Fällen wurden Bildschirme in Filialen mit politischen Botschaften gehackt, sensible Daten gestohlen oder interne Systeme verschlüsselt. Die betroffenen Unternehmen mussten ihre IT kurzfristig abschalten und teilweise auf Notbetrieb umstellen.
Solche Vorfälle zeigen deutlich: Auch kleine und mittlere Betriebe wie Bäckereien sind vor digitalen Bedrohungen nicht gefeit.
Prävention: IT-Sicherheit im Alltag umsetzen
Eine wirksame Verteidigung beginnt mit grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen, die sich auch im Bäckerhandwerk problemlos umsetzen lassen:
Systeme aktuell halten: Betriebssysteme, Kassensoftware und andere Programme sollten regelmäßig aktualisiert werden. Sicherheitslücken werden dadurch geschlossen, bevor sie von Angreifern ausgenutzt werden können.
Datensicherung: Alle relevanten Daten sollten regelmäßig gesichert werden – möglichst automatisiert und zusätzlich auf externen, vom Netzwerk getrennten Speichermedien.
Netzwerkschutz: Der Einsatz von Firewalls, Virenschutz und getrennten Netzwerken für Büro, Produktion und Filialsysteme verringert das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung von Schadsoftware.
Zugriffskontrolle: Passwörter sollten sicher gewählt und regelmäßig geändert werden. Für sensible Systeme empfiehlt sich eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Notfallpläne: Im Fall einer Störung sollte klar geregelt sein, wie der Betrieb weitergeführt werden kann, welche Ansprechpartner kontaktiert werden und wie Kommunikationswege funktionieren.
Mitarbeiterschulung: Menschen als Sicherheitsfaktor
Ein Großteil der Cyberangriffe beginnt mit einer E-Mail – z. B. durch Phishing. Hier entscheiden oft Sekunden und der Faktor Mensch. Deshalb ist es entscheidend, das gesamte Team regelmäßig zu schulen.
In den Schulungen sollte praxisnah erklärt werden:
Wie erkenne ich verdächtige Mails?
Wie gehe ich mit Anhängen und Links um?
Welche Informationen gebe ich am Telefon weiter?
Wie sichere ich meine Geräte bei Pausen oder Schichtwechseln?
Solche Schulungen lassen sich gut in den Arbeitsalltag integrieren – etwa durch kurze monatliche Sicherheits-Impulse oder durch jährliche Unterweisungen.
Cyberversicherung: Hilfe im Ernstfall
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann ein Angriff nie ganz ausgeschlossen werden. Eine Cyberversicherung bietet hier eine wichtige Absicherung – sowohl finanziell als auch organisatorisch.
Typische Leistungen einer Cyberversicherung:
Kostenübernahme bei IT-Wiederherstellung (z. B. nach Ransomware-Angriffen)
Beistand durch IT-Experten, Juristen und Krisenmanager
Ersatz für Ertragsausfälle bei Betriebsunterbrechung
Kostenübernahme für PR-Maßnahmen, Kundeninformation und Schadenbegrenzung
Abwehr unberechtigter Schadenersatzforderungen bei Datenschutzverstößen
In der Praxis zeigt sich: Gerade für Betriebe mit mehreren Filialen, digitaler Personalsteuerung oder Kassensystemen ist ein solcher Schutz ein wesentlicher Faktor für die Existenzsicherung.
Ein Beispiel: Eine große Bäckereikette wurde nach einem Hackerangriff lahmgelegt, bei dem über 14 Gigabyte an Mitarbeiter- und Geschäftsdaten gestohlen wurden. Die Cyberversicherung sprang ein, übernahm IT-Dienstleistungen und Datenanalyse und unterstützte das Unternehmen dabei, binnen drei Wochen nahezu vollständig zum Normalbetrieb zurückzukehren. Ohne diese Hilfe hätte der Betrieb massive finanzielle und rechtliche Folgen tragen müssen.
Empfehlung der Fachverbände
Fachverbände und Handwerksorganisationen empfehlen grundsätzlich, Cyberrisiken ernst zu nehmen und systematisch abzusichern. Neben organisatorischen und technischen Schutzmaßnahmen gehört aus Sicht vieler Experten auch der Abschluss einer Cyberversicherung zu einem ganzheitlichen Sicherheitskonzept.
Fazit
Bäckereien sind heute auf IT-Systeme angewiesen – sei es für Kasse, Personalplanung oder Produktion. Damit sind sie auch Cyberrisiken ausgesetzt. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass auch kleinere Betriebe Ziel digitaler Angriffe sein können.
Wer sich nicht schützt, riskiert im schlimmsten Fall einen tagelangen Stillstand, Imageverlust oder sogar die Existenz.
Mit geeigneten Maßnahmen – technischer Schutz, geschulte Mitarbeiter, ein klarer Notfallplan und eine passende Cyberversicherung – lässt sich dieses Risiko jedoch wirksam begrenzen.
Die Investition in Cyber-Sicherheit ist daher nicht nur eine technische, sondern auch eine unternehmerische Verantwortung.